Herbst-Fütterung beim Pferd – 7 tolle Tipps gegen Hufrehe

Herbst-Fütterung beim Pferd – 7 Schritte gegen Hufrehe
Wenn der Sommer geht und der Herbst kommt, verändert sich nicht nur das Wetter, sondern auch die Zusammensetzung der Weide, der Bedarf des Pferdes und das Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Hufrehe. Die richtige Herbst-Fütterung beim Pferd kann entscheidend sein, um Stoffwechselprobleme zu vermeiden und Dein Pferd gesund durch die nasskalte Jahreszeit zu begleiten. Besonders Pferde mit EMS, Cushing-Syndrom oder Übergewicht reagieren empfindlich auf plötzliche Futterumstellungen und steigende Fruktangehalte. Doch mit etwas Wissen und Vorbereitung lässt sich viel vorbeugen.
Warum der Herbst für den Stoffwechsel kritisch ist und die Umstellung auf Herbst-Fütterung beim Pferd so wichtig ist
Der Herbst bringt Temperaturschwankungen, feuchtes Gras und kürzere Tage – all das wirkt sich auf den Stoffwechsel und das Fressverhalten Deines Pferdes aus. Das Weidegras verändert seine Zusammensetzung, speichert mehr Zucker ( Fructane ) und birgt somit eine erhöhte Gefahr für Hufrehe. Besonders am frühen Morgen oder nach kalten Nächten ist der Fruktangehalt oft extrem hoch. Pferde, die weiterhin uneingeschränkt auf die Wiese dürfen, sind damit einem hohen Risiko ausgesetzt. Mit der Herbst-Fütterung beim Pferd sollte die Umstellung auf Heufütterung gut geplant sein.
Anzeichen für eine problematische Herbstfütterung
Warum die Herbst-Fütterung beim Pferd so wichtig ist: Nicht jedes Pferd zeigt sofort deutliche Symptome, wenn etwas im Futterplan nicht stimmt. Achte aber auf folgende Veränderungen: Gewichtszunahme, angelaufene Beine, Berührungsempfindlichkeit an den Hufen oder eine veränderte Hufstruktur. Auch ein schleppender Bewegungsablauf kann auf eine beginnende Hufrehe oder ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt hindeuten.
Tabelle: Risikofaktoren im Herbst im Überblick
| Risikofaktor | Warum problematisch | Was hilft sofort |
|---|
| Fruktanreiches Gras | Fördert Hufrehe | Weidezeit begrenzen, Maulkorb nutzen |
| Plötzliche Futterwechsel | Belastet Verdauung & Mikrobiom | Langsame Umstellung auf Heu |
| Kälte & Nässe | Führt zu Stress, Muskelverspannungen | Zusätzliche Energie & Mineralien |
| Übergewicht | Erhöht Risiko für EMS & Hufrehe | Gewichtskontrolle & Futterreduktion |
| Fehlender Weideausgleich | Unterfordert Muskulatur & Verdauung |
7 Schritte für eine gesunde Herbst-Fütterung beim Pferd
1. Weidezeiten reduzieren
Gerade an sonnigen, aber kalten Tagen steigt der Fruktangehalt im Gras massiv an. Begrenze die Weidezeit auf die Abendstunden oder nutze Fressbremsen.
2. Heu langsam anfüttern
Stelle frühzeitig auf eine Heu-betonte Fütterung um – aber langsam! So kann sich die Darmflora anpassen und Koliken oder Kotwasser werden vermieden.
3. Auf Struktur & Qualität achten
Heu sollte nicht nur sauber und schimmelfrei sein, sondern auch strukturreich. Füttere am besten aus engmaschigen Netzen, um Schlingen zu verhindern.
4. Mineralstoffe anpassen
Im Herbst ändert sich der Bedarf an Selen, Zink und Magnesium. Eine Analyse des Grundfutters hilft, gezielt zu ergänzen.
5. Übergewicht kontrollieren
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Gewicht zu reduzieren. Verwende kalorienarme Raufutteralternativen und prüfe den Body Condition Score.
6. Stoffwechsel schonend unterstützen
Fütterung von Mariendistel, Bierhefe oder speziellen Kräutermischungen kann Leber und Verdauung fördern – besonders bei älteren Pferden.
7. Auf Beobachtung setzen
Beobachte täglich das Verhalten, die Futteraufnahme, Kotkonsistenz und Bewegungsfreude Deines Pferdes. Frühzeitige Warnzeichen ersparen Tierarztbesuche.
Fazit: Gut gefüttert ist halb durch den Herbst
Die Herbst-Fütterung beim Pferd erfordert Aufmerksamkeit und Anpassung – denn was im Sommer gut funktioniert hat, kann jetzt schnell zur Belastung werden. Wer frühzeitig umstellt, das Verhalten seines Pferdes im Blick behält und auf Qualität im Futter achtet, schafft beste Voraussetzungen für einen gesunden Start in die Winterzeit. Mit Herz, Verstand und ein bisschen Planung hilfst Du Deinem Pferd, den Herbst entspannt zu genießen.
FAQ – Häufige Fragen zur Herbst-Fütterung beim Pferd
Wann sollte ich mit der Umstellung auf Heu beginnen?
Am besten 2–3 Wochen vor dem vollständigen Weideende. So bleibt die Darmflora stabil.
Ist nasses Gras gefährlich?
Nicht per se – aber nach frostigen Nächten ist das Fruktanrisiko besonders hoch. Dann sollte nicht am Morgen gefüttert werden.
Welche Kräuter helfen im Herbst?
Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke oder Brennnessel unterstützen Leber und Niere – ideal zur Stoffwechselentlastung.
Kann ich Mash füttern?
Ja, ein warmes Mash mit Leinsamen ist gerade im Herbst sinnvoll – es regt die Verdauung an und wärmt von innen.
Wie erkenne ich, ob mein Pferd zu dick ist?
Ein objektiver Blick auf die Rippen, Schulterlinie und Kruppe hilft. Bei Unsicherheit: Tierarzt oder Ernährungsberater hinzuziehen.